Natur[musée]geschichten op RTL Radio: Wou kënns du dann hier? (26/11/2015)

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Am Kader vun den den Naturmuséegeschichten op RTL Radio ass haut och d’Natalia Osten-Sacken mat am Studio. Si kënnt aus Polen a schafft am Musée als Postdoc an der Sektioun vun den Invertebraten, also de wierbellosen Déieren a fuerscht do op engem Parasit.

E Parasit, dat héiert sech elo erëm gläich geféierlech an no Krankheet un?

Also ‘t ass kee Parasit vum Mënsch, mä e Parasit vu onsem zweete Gaascht, de Wäschbier.

A wou kënnt deen dann hier?

IMG_2378Majo dëse Gesell hei,war elo méi einfach z’organiséieren. A genee enger Woch maache mir jo ons nei grouss Expo op. Vun Orchideeën, Kakao a Kolibrien – Lëtzebuerger Naturalisten a Planzejeeër a Latäinamerika heescht se. An déi Leit, déi dohi gefuer sinn, fir ze sammelen an ze fuerschen, si jo och eng Kéier um Schëff zréckkomm. Awer net alleng, an esou war déi eng oder aner Kéier och e liewege Wäschbier mat u Bord. Doriwwer gëtt een an der Ausstellung dann och immens flott Geschichten gewuer, an deenen d’Wäschbieren eng net onwichteg Roll spillen. (Den 21. Mäerz 2016 fënnt iwregens eng Konferenz iwwer d’Thema vun Déieren- a Planzentransporter iwwer d’Mierer am ‘natur musée’ statt.) Dësen hei steet dofir vun nächster Woch un stellvertriedend fir se all an engem nogebautene Schëff matzen an der Ausstellung a freet sech wéi e klenge Geck, datt den ‘natur musée’ no e puer Méint Fermeture erëm seng Dieren opmécht. A mat de Wäschbieren, déi vun Amerika no Europa koumen, ass dann och de Lien gemaach, mat deem, wat d’Natalia bei ons mécht. Mir stellen net nëmmen aus, mä mir fuerschen och am Musée, ënner anerem op Wäschbieren an hire Parasiten.

Natalia, warum gerade Waschbären und dann auch noch ihre Parasiten? Wie kommt man zu einer solchen Vorliebe?

Ja also, schon als kleines Kind habe ich gewusst, dass ich Biologin und Zoologin werden möchte. Diese Tatsache hat sogar meine Familie ins Staunen versetzt und niemand konnte verstehen, wieso ein kleines Mädchen, anstatt mit Puppen zu spielen, Insekten und Schnecken sammelt. Auch für mich ist die Sache unerklärlich- ich kann nur sagen -man wird einfach als Biologe geboren –genau wie als Maler, Dichter oder Sänger.

Und so haben Sie Ihre Vorliebe einfach zum Beruf gemacht?

Genau. Als ich älter wurde habe ich angefangen alle möglichen Bücher über Tierverhalten und Tierökologie zu lesen. Und so kam ich zu einem Buch über Neuseeland und seine Probleme mit neu eingeführten Arten. Vor allem Katzen, Hunde, Marder und Wiesel, aber auch eingeschleppte Ratten haben auf dieser Insel sehr große Schäden angerichtet. Und seit dieser Lektüre war ich mir sicher- ich möchte in den Zeiten ständigen Austauschs zwischen den Kontinenten und geographischen Zonen die Auswirkungen der eingeschleppten und invasiven Arten auf die heimischen Ökosysteme untersuchen. Und weil ich eine besondere Vorliebe für Säuger habe, arbeitete ich zuerst an Marderhunden in Polen und jetzt mit großer Freude an Waschbären in Luxemburg und Deutschland.

Dieser kleine, süße Waschbär ist also auch als eingeschleppte Art zu bezeichnen?

Natalia: Richtig, Patrick hat es ja vorher kurz angesprochen. Er stammt ursprünglich aus der Neuen Welt und wäre wohl ohne die menschlichen Eingriff nie nach Europa gelangt. Mittlerweile haben viele Tier- und Pflanzenarten in unseren Regionen eine neue Heimat gefunden. Manche fallen gar nicht mehr auf als ehemalige Fremde. Manche neuen Arten sind sogar eine echte Bereicherung. Andere wiederum machen einheimischen Arten den Lebensraum streitig. Und hin und wieder ist eine Art ein echtes Problem für uns. Das Paradebeispiel ist z.B. der Riesenbärenklau. Von guten oder bösen Arten zu sprechen, macht allerdings keinen Sinn, weil eine böse Absicht steckt bei keinem Tier und keiner Pflanze dahinter, sie tun einfach, was sie immer tun: leben.

Und wie verhält es sich mit dem Waschbären?

Erste Sichtungen vom Waschbären gab es in Luxemburg in den 1970er Jahren, vor allem im Ösling. Der erste Eintrag in der Biodiversitäts-Datenbank des Museums geht auf das Jahr 1989 zurück. Der Waschbär ist eine Art, die sich als Bewohner von Feuchtgebieten und Wäldern jedoch unterschiedlichsten Umweltbedingungen gut anpassen kann, sogar in Dörfern und Städten ist er zu beobachten. Und da er auch gerne im Müll nach Essenresten wühlt, kann er schnell zum Ärgernis werden. Es gibt auch einen starken Verdacht, dass er eine Gefahr für bodenbrütende Vögel werden könnte. Er wird so auch auf der Liste der Tiere aufgeführt, die der Europäische Rat als Gefahr für die biologische Vielfalt ansieht.

Eine neue Art kommt aber nie alleine, nicht?

a535d49e-5ae9-4e5d-a6e0-34e7da962bdeIm Falle des Waschbären stimmt dies tatsächlich. Er brachte natürlich auch seine Parasiten mit. Waschbären sind potentielle Vektoren für Krankheiten und daher auch streng zu überwachen. Gerade daher fand ich es auch sehr spannend, diese Lebewesen – in meinem Fall sind es Fadenwürmer – im Zusammenhang mit ihren Wirten, den Waschbären zu untersuchen. Ihr Vorkommen und genetische Variabilität können uns viel, sowohl über ihre Verbreitungswege verraten, als auch ein paar Fragen zu ihrem invasiven Potenzial beantworten, auch dem Menschen gegenüber, um so auch die geeigneten Schutzmaßnahmen planen und ergreifen zu können.

Sind denn alle Waschbären von diesen Würmern befallen?

Eben nicht. Es ist eben noch viel Forschung nötig, um hier einen besseren Einblick zu bekommen, und die Verbreitungswege von Wirt und Parasit besser kennenzulernen. Darum bittet das ‘natur musée auch um Unterstützung bei der Bevölkerung: Falls Sie auf einen toten bezugsweise in einer Autokollision verunglückten Waschbär antreffen, benachrichtigen Sie bitte das Museum und wir kommen vorbei, um das Tier abzuholen. Jeder Fund hilft uns weiter, da es zusätzliches Untersuchungsmaterial bedeutet.

Wie erreicht man Sie?

Natürlich unter der Telefonnummer des Museums, also 46 22 33-1 oder auch über   Auf der Interseite des Museums gibt’s dann auch noch Links zur meiner Forschungsarbeit und auch zur Internetseite neobiota.lu, die sämtliche pflanzlichen und tierischen Einwanderer auflistet und beschreibt.

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