Entwicklung der Gefäßpflanzen: Devonzeit (vor 408 bis 355 Millionen Jahren)

Rhynia

Frühe Landpflanzen: Rhynia aus dem Unterdevon Schottlands

Am Anfang der Devonzeit eroberten die Pflanzen das Festland und zuerst die damaligen Sumpfgebiete. Die ersten Landpflanzen besaßen schon Ursprungsformen von Wurzeln, Blättern und Stengel. Um das Sonnenlicht besser zu nutzen, wuchsen die Stengel in die Höhe und bildeten Gefäße, welche die Pflanzensäfte zwischen Blättern und Wurzel zirkulieren ließen: die Gefäßpflanzen waren entstanden.

Zu den ersten blattlosen Gefäßpflanzen aus dem Devon gehören die zwergstrauchförmigen Psilophyten (Nacktpflanzen), deren Überreste vor einigen Jahren auch in Unterdevonablagerungen des Luxemburger Öslings gefunden wurden. Weitere Funde sind aus Belgien, Westdeutschland, Schottland und Kanada bekannt. Die Psilophyten entwickelten sich aus Wasserpflanzen (“Haliseriten”) mit bandförmigen, unregelmäßig verzweigten Stengeln, die von einem zentralen Leitgefäßbündel durchzogen wurden und terminale Sporenanlagen trugen. Ihr Körper wurde noch nicht von einem verholzten Stamm, sondern von speziellen Rindenzellen getragen. Es sind von ihrem Bau her echte Landpflanzen, auch wenn manche von ihnen zumindest zeitweise noch Wasserbewohner waren.

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Fossiler Psilophyt (Zweig mit Gabelung) aus dem Unterdevon Luxemburgs

Vor 365 Millionen Jahren schritt die Evolution rasch voran: einhergehend mit der Entwicklung mächtiger Kronen wurden die Stämme als stützende Organe ausgebildet, bei einigen Pflanzenformen blieben die Zellen des verholzenden Wasserleitgewebes teilungsfähig, was zu dicken und hohen Baumstämmen führte. Im Oberdevon, also vor etwa 350 Millionen Jahren, bildeten sich die ersten Wälder, welche in der Hauptsache aus Bäumen der Gattungen Archaeopteris und Eospermatopteris bestanden.

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