Von Orchideen, Kakao und Kolibris – Luxemburger Naturforscher und Pflanzenjäger in Lateinamerika

Zu Anlass des 125. Bestehens der Société des naturalistes luxembourgeois präsentiert das Nationalmuseum für Naturgeschichte noch bis zum 17. Juli 2016 die große Sonderausstellung

Von Orchideen, Kakao und Kolibris

Luxemburger Naturforscher und Pflanzenjäger in Lateinamerika

Prolongation_D_sLateinamerika war zwischen 1830 und 1930 bevorzugtes Reiseziel einer ganzen Reihe luxemburgischer Naturforscher. Das Nationalmuseum für Naturgeschichte widmet diesem  Teil der Neuen Welt und diesen Forschungsreisenden nun eine große Sonderausstellung.

Pflanzenjäger wie Nicolas Funck (1816-1896), Jean-Jules Linden (1817-1898), Louis Joseph Schlim (1819-1863) und – nicht zu vergessen – Lambert Picard (1826-1891) sind die Hauptdarsteller dieser Ausstellung. Gemeinsam waren ihnen alle eine leidenschaftliche Abenteuerlust und der unbändige Wille, neuartige exotische Pflanzen aufzufinden und zu katalogisieren, oft mit dem Hintergedanken, damit auch Geschäfte machen zu können.

Aber auch andere Naturforscher werden vorgestellt. So gewährt die Ausstellung dem Besucher, dank vieler Originaldokumente und einzigartiger Sammlungsstücke, einen Einblick in die wissenschaftlichen Unternehmungen des Ingenieurs und Geologen Frantz Majerus (1819-1877) in Mexiko. Und selbstverständlich wird es erlaubt sein, einen Blick über die Schultern des bedeutenden, luxemburgischen Naturalisten Edouard Luja (1875-1953) während dessen Brasilien-Aufenthalts zu werfen.

Im Allgemeinen stellen die Unternehmungen der luxemburgischen Naturforscher in Lateinamerika wissenschaftliche Erfolge dar. Die Anzahl der botanischen, zoologischen, geologischen und anthropologischen Beobachtungsdaten ist beeindruckend, aber auch die zusammengetragenen Sammlungen, von denen einige im Nationalmuseum für Naturgeschichte aufbewahrt werden, lassen sich noch heute sehen. Die Ausstellung ist eine in Szene gesetzte Abhandlung über die Lebensläufe dieser Abenteurer, Entdecker, Botanisten und sonstigen Naturforscher sowie deren Migrationshintergründe.

Indem die Ausstellung sowohl Aspekte der intellektuellen und wissenschaftlichen Migration wie auch die der naturalistischen Erforschung miteinbezieht, ohne dabei zu vergessen soziokulturelle Phänomene wie Abenteuerlust, Exotismus  und modische Vorliebe für tropische Pflanzen zu berücksichtigen, ermöglicht sie dem Besucher verschiedene Sichtweisen und unterschiedliche Auslegungen. Die Ausstellung richtet sich an ein Publikum von 8 bis 88 Jahren!

Hier geht’s zum Rahmenprogramm mit Konferenzen, Workshops und tollen Führungen.

Kurator: Claude Wey, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Nationalmuseums für Naturgeschichte

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