Die Echte Arnika: Größere genetische Vielfalt als vermutet

Die meisten Leute dürften die Echte Arnika (Arnica montana) wohl als Heilpflanze kennen. Ihre Blüten enthalten ätherische Öle und andere pflanzliche Stoffe, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Interessant ist die Echte Arnika aber auch für Evolutionsbiologen, die die unterschiedlichen Anpassungsfähigkeiten von Individuen einer selben Art an sich ändernde Umweltbedingungen erforschen. Da die Echte Arnika sowohl in höher gelegenen Bergregionen wie auch im Tiefland vorkommt, ist sie ein bevorzugtes Studienobjekt der Evolutionsbiologen im Nationalmuseum für Naturgeschichte.

Population von Arnica montana im Hunsrück. Foto : Tiphaine Maurice, 2009.

Population von Arnica montana im Hunsrück. Foto : Tiphaine Maurice, 2009.

In Zusammenarbeit mit der Université de Lorraine und der Philipps-Universität Marburg hat das Forschungsteam in Luxemburg nun herausgefunden, dass die auch hier im Land bedrohte Pflanze eine größere genetische Vielfalt aufweist, als man dies allgemein bei einer Art erwarten dürfte, deren Lebensräume so stark fragmentiert sind. Arnika-Populationen der höher gelegenen Vogesen unterscheiden sich in ihren genetischen Veranlagungen jedoch deutlich von denen des Tieflandes. Es wurde vorgeschlagen, Populationen seltener Pflanzen aus dem Tiefland mit Samen von Hochlandpopulationen zu verstärken. Die Resultate der vorliegenden Studie widersprechen jedoch dieser Annahme. Da sie sich die Arnica-Pflanzen aus unterschiedlichen Höhenlagen genetisch unterscheiden, würden Pflanzen aus den Hochlagen der Vogesen weniger gut mit den Bedingungen im Tiefland zurechtkommen als Pflanzen aus dem Tiefland selbst.

Kurzfristig stellt die Habitatzerstörung jedoch die größte Bedrohung für Tief- und Berglandpopulationen der langlebigen Echten Arnika dar und nicht die genetische Erosion durch Habitat-Fragmentierung. Tieflandpopulationen von Arnica montana wird in der Tat am meisten durch die Eutrophierung durch Stickstoffeinträge aus der Luft und durch die Zufuhr von Düngemitteln aus benachbarten Feldern zugesetzt.

Publikation:

Maurice Tiphaine, D. Matthies, S. Muller & G. Colling, 2016. –  Structure of colline and montane populations of an endangered plant species. – AoB PLANTS plw057 ; doi:10.1093/aobpla/plw057 ; first published online August 12, 2016

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