Frantz Majerus – Ein künstlerisch begabter Ingenieur und Geologe in Mexiko (2/3 – 24/4/2016)

Gleichzeitig und ergänzend zur großen Sonderausstellung “Von Orchideen, Kakao und Kolibris – Luxemburger Naturforscher und Pflanzenjäger in Lateinamerika” im ‘natur musée’ präsentiert das Nationalmuseum für Naturgeschichte vom 2. März bis 24. April 2016 in neimënster die Ausstellung “Frantz Majerus – Ein künstlerisch begabter Ingenieur und Geologe in Mexiko”.

Im Zeitalter leicht zu transportierender Fotoapparate und mit kompletten Bildverarbeitungsprogrammen ausgerüsteter Smartphones ist es heute ein Leichtes, die entlegensten Ecken des Erdglobus abzulichten und einem millionenfachen Publikum über einen banalen Knopfdruck zugänglich zu machen. Und das quasi in Echtzeit.

Es mag daher auf den ersten Blick überraschen, dass das Nationalmuseum für Naturgeschichte nun eine Ausstellung mit Landschaftsbildern präsentiert, die zum Großteil auf Aquarellen und Zeichnungen eines Geologen und Bergbauingenieurs des 19. Jahrhunderts aufgebaut ist.

Frantz Majerus: Im Krater des Popocatépetl, 1851

Frantz Majerus: Im Krater des Popocatépetl, 1851

Die Ausstellung „Frantz Majerus – Ein künstlerisch begabter Ingenieur und Geologe in Mexiko“ ist aber mehr als nur bloße Bilderschau. Frantz Majerus gehört zum Dutzend Luxemburger, die im Rahmen der Sonderausstellung „Von Orchideen, Kakao und Kolibris – Luxemburger Naturforscher und Pflanzenjäger in Lateinamerika“ im ‚natur musée‘ (4.12.2015 – 17.7.2016) biographisch vorgestellt werden. Der Sprößling einer angesehenen und einflussreichen Luxemburger Bürgerfamilie begab sich nach abgeschlossenem Bergbaustudium auf Reise in die Neue Welt. In Mexiko leitete er von 1846 bis 1853 eine Blei- und Silberhütte. 1851 bestieg er sogar im Auftrag des Gouverneurs des mexikanischen Bundesstaates Pueblo den 5.452 Meter hohen Vulkan Popocatépetl. Auch nach seiner Rückkehr nach Europa betätigte sich der gut vernetzte Majerus, der nunmehr zu einer Persönlichkeit in dem sich langsam industrialisierenden Luxemburg gereift war, weiterhin auf naturwissenschaftlichem Gebiet.

Sowohl aus dieser, wie auch aus seiner mexikanischen Zeit hat Majerus unserer Vorgängerinstitution wichtige und wertvolle Sammlungsstücke hinterlassen. Dass er zusätzlich seine Begabung fürs Zeichnen dafür nutzte, seine Missionen und Reisen selbstständig zu illustrieren, kann als Glücksfall für die heutige Aufarbeitung seines wissenschaftlichen Gesamtwerkes und überhaupt seiner Lebensleistung betrachtet werden.

Die Bilder entstanden so in einer Zeit, als Expeditionen noch ohne Kamera auskommen mussten, aber von Menschen geführt oder begleitet wurden, die es vermochten, die Faszination des Gesehenen und Erlebten mit dem Zeichenstift festzuhalten. Diese Ausstellung berichtet so auch vom allmählichen Entstehen eines Weltbildes im vorfotografischen Zeitalter.
Mir möchten Ihnen diesen Zauber nicht vorenthalten.

Kurator: Claude Wey

Vernissage: 1. März 2016 um 18.30 Uhr in neimënster

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