Der Feuersalamander ist Lurch des Jahres 2016

Der Feuersalamander (französisch: salamandre tachetée; luxemburgisch: Feiereps) ist Lurch des Jahres 2016 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Mit der Wahl durch die Partnerorganisationen in den betreffenden Ländern wird nun eine der bekanntesten Amphibienarten Mitteleuropas noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit und des Natur- und Artenschutzes rücken. Neben dem Nationalmuseum für Naturgeschichte aus Luxemburg sind an der “Aktion Lurch des Jahres” die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), ÖGH (Österreich), karch (Schweiz) und der NABU (Deutschland) beteiligt.

Folgende Begleitmaterialien sind erschienen: Poster, Leitfaden, Flyer – alle als PDF.

FeuersalamanderDer Feuersalamander ist eine Charakterart für naturnahe Lebensgemeinschaften unserer heimischen Mittelgebirgslandschaften; zugleich ist er eine wichtige Zeigerart für gesunde Laubmischwälder mit kühlen Quellbächen. Nur der konsequente Schutz solcher Bach- und Waldlebensräume kann dazu beitragen, den Feuersalamander auch in Zukunft zu erhalten.In Luxemburg ist die Art zurzeit nicht gefährdet. Hauptgrund für die gute Bestandssituation sind der insgesamt hohe Waldanteil Luxemburgs (34 % der Landesfläche) sowie der im Vergleich zu den Nachbarländern hohe Laubwaldanteil (61 %).

Schon 1870 wurde der Feuersalamander als relativ weit verbreitet, wenn auch nirgends häufig bezeichnet. 1922 galt die Art im ganzen Land als relativ weit verbreitet, häufig war sie vor allem in den Tälern von Mosel und Untersauer, relativ selten im Bereich des Luxemburger Sandsteins. 1972 wurde der Feuersalamander in Luxemburg dann als potenziell gefährdete oder besonders schützenswerte Art eingestuft. In einer älteren Verbreitungskarte von 1973 sind zwei Bereiche abgegrenzt, in denen der Feuersalamander demnach „kaum vorkommen dürfte“. Hierbei handelt es sich um die Nordwestspitze des Landes sowie um den gesamten Südwesten Luxemburgs. Ein ähnliches Bild liefert eine weitere Verbreitungskarte von 1979, der zufolge Nachweise nur für die mittleren und östlichen Landesteile vorliegen.

Die aktuelle Verbreitungskarte bestätigt das 1973 und 1979 erwähnte Fehlen der Art in der Nordwestspitze des Landes sowie in weiten Bereichen des Südens und Südwestens. Hauptursache dieser Verbreitungslücken dürfte das Fehlen geeigneter Biotope sein. Vor allem im Nordwesten des Landes existieren nur sehr vereinzelt kleinflächige Laubwälder. In den südwestlichen und südlichen Landesteilen dagegen dürfte vor allem das Fehlen von Fließgewässern mit abwechslungsreichen Strömungsverhältnissen ausschlaggebend sein. Aufgrund der topografischen Verhältnisse in diesen Landesteilen (flach oder nur geringe Hangneigungen) handelt es sich hier meist um nur schwach strömende und oft verschlammte Gewässer, die nicht den Lebensraumansprüchen der Feuersalamanderlarven entsprechen.

Als wichtigste Schutzmaßnahme sind in Luxemburg der Schutz und die Sicherung einer guten Wasserqualität in den Quellen und quellnahen Fließgewässerbereichen zu nennen. Nadelgehölze im unmittelbaren Bereich von Quellen und Fließgewässern sollten durch Laubgehölze ersetzt werden.

Steckbrief des Feuersalamanders

  • Wissenschaftliche Artbezeichnung: Salamandra salamandra
  • derzeit 13–14 wissenschaftlich benannte Unterarten, die vor allem in Spanien verbreitet sind
  • kräftig gebauter, landlebender Schwanzlurch mit breitem, flachem Kopf, kurzen Gliedmaßen und rundem Schwanz
  • Gesamtlänge meist 14–18 cm, in Südeuropa selten bis maximal 28 cm
  • glatte, glänzende Haut mit Drüsenreihen beiderseits unterhalb der Rückenmitte und einem Paar großer Ohrdrüsen (Parotoiden) am Hinterkopf, aus denen bei Gefahr ein starkes Hautgift abgesondert wird
  • schwarz und gelb (selten orange bis rötlich) gefleckte oder gebänderte Rückenzeichnung, individuell und je nach Unterart sehr variabel
  • Bauch schwarz bis grau oder schwach gelblich gefleckt
  • Larven mit Außenkiemen und hellen Flecken an den Beinansätzen

Weiterführende Informationen zu Amphibien in Luxemburg: Proess, R. (Ed.), 2003 . – Verbreitungsatlas der Amphibien des Großherzogtums Luxemburg. Ferrantia 37 – Travaux scientifiques du Musée national d’histoire naturelle, 92 p.

Eine aktualierte Ausgabe des Amphibienmonotorings wird in den nächsten Monaten in der Reihe Ferrantia erscheinen.

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