Konferenz: Geologie der Antarktis und Geologie in der Antarktis (4/6/2015)

Das Nationalmuseum für Naturgeschichte, die Gesellschaft Eurasol SA, die Vereinigung Polar.lu und die Association Géologique du Luxembourg freuen sich, am 4. Juni 2015 um 18.30 Uhr im ‘natur musée’ auf den öffentlichen Vortrag “Geologie der Antarktis und Geologie in der Antarktis” mit Georg Kleinschmidt von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main einladen zu dürfen.

Die Antarktis ist ein (fast) normaler Kontinent und besteht wie die anderen Kontinente aus älteren und jüngeren Anteilen. Die besonders alten Anteile sind die sog. Kratone — in der Antarktis mindestens vier. Diesen wurden die jüngeren Anteile durch orogenetische Prozesse vom Altpaläozoikum bis in die Gegenwart angegliedert, ebenfalls mindestens vier in der Antarktis. Da aber >99% des Kontinents von Eis verhüllt sind, basieren unsere Vorstellungen vom geologischen Werden und Bau der Antarktis auf weniger als 1% der Antarktisfläche, werden allerdings durch geophysikalische Daten gestützt. Dennoch ist unser heutiges geologischen Gesamtbild zu einem guten Teil Spekulation, und jeder neue, noch so kleine Aufschluss und jeder neue geophysikalische Datensatz kann zu einer Revision zwingen. Die Ermittlung von Alter und Strukturen der antarktischen Orogene ist nicht nur Selbstzweck, sondern ist zugleich Hauptinstrument für die Rekonstruktion der Superkontinente Rodinia und Gondwana, deren Herzstück jeweils die Antarktis bildete.

Die geologischen Feldarbeiten in der Antarktis unterscheiden sich zwar prinzipiell nicht von denen in anderen Kontinenten, aber sie werden durch die niedrigen Temperaturen, durch die Nähe zum Pol sowie durch Eis und Stürme behindert und beeinträchtigt.

Georg Kleinschmidt ist emeritierter Professor der Geologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er nahm an 10 Antarktis-Expeditionen teil und ist Mitglied mehrerer nationaler und internationaler Gremien, die sich mit Polar- bzw. Antarktisforschung befassen. 1983 gründete er mit Hubert Miller und Dieter K. Fütterer den Arbeitskreis “Geologie der Polargebiete der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung”. Von 1996 bis 2010 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung, deren Ehrenvorsitzender er heute ist.  Georg Kleinschmidt ist Autor unzähliger Artikel und der Veröffentlichung “Die Plattentektonische Rolle der Antarktis” (1999).

Faltung im sog. Ross-Orogen des Transantarktischen Gebirges: Oberkambrische Turbidite wurden vor ca. 500 Ma verfaltet.

Faltung im sog. Ross-Orogen des Transantarktischen Gebirges: Oberkambrische Turbidite wurden vor ca. 500 Ma verfaltet.

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