Im Spiegel der Natur (30.11.12– 20.01.13)

Das Institut Pierre Werner und das Nationalmuseum für Naturgeschichte stellen Hunderte graphische Werke der Malerin und Schriftstellerin Anita Albus vor. Ihre Bilder gehören zur Naturtradition der Meister des 18. und 19. Jahrhundert wie Pierre-Joseph Redouté, Jean-Jacques Audubon ou Alfred Edmund Brehm.

So wie sich Anita Albus der Zeit bemächtigt, greift sie botanische oder zoologische Gegenstände auf, um sie in der minuziösen, einer Entomologie oder Literaturwissenschaftlerin gleichenden Analyse, festzuhalten. In ihrem zuletzt veröffentlichten Buch, „Im Licht der Finsternis“ (S. Fischer 2011), liefert die Malerin und Schriftstellerin der angehaltenen Zeit, einen Beweis für ihre geistige Verwandtschaft mit Marcel Proust.

Biographie

Anita Albus, geboren 1942 in München, studierte an der Folkwang Hochschule in Essen freie Graphik und begann ihre künstlerische Tätigkeit als Autorin für Kinderbücher. Bekannt wurde sie durch ihre minutiös gemalten Darstellungen von Pflanzen, Vögeln und Schmetterlingen – unter anderem illustrierte sie Christoph Ransmayrs Roman Die letzte Welt. 1997 erschien ihr Essayband „Die Kunst der Künste“ (Eichborn-Verlag). Seit 2004 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Anita Albus lebt zwischen München und der französischen Region Burgund (Château de Chatoillenot).

Man wird was man nicht war

Mit einem Bein in München, mit dem anderen in Burgund lebend, schöpft  Anita Albus ihre Inspiration und Kreativität aus der germanistischen und französischen Kultur. Sie gehört dieser breiten und vielfältigen Intellektuellenfamilie an, die sich an dem bikulturellen Erbe zu bereichern vermag. Das Institut Pierre Werner ist bestrebt, diesen fruchtbaren, interkulturellen Austausch in einer eigenen Veranstaltungsreihe, Man wird was man nicht war, zu würdigen.

Die Natur in Kunst und Wissenschaft bei Anita Albus

Das literarische und bildnerische Werk von Anita Albus ist « eine jener seit dem 19. Jahrhundert immer rarer gewordenen Synthesen von naturkundlicher, künstlerischer und erzählerischer Betrachtungs- und Darstellungsweisen, die uns Carl von Linnés Lappländische Reise, Jean-Jacques Audubons Darstellung Die Vögel Amerikas und Alfred Edmund Brehms Brehms Tierleben beschert haben » (Ulrich Baron).

Bei ihren Analysen konfrontiert die Verfasserin wissenschaftliche – alte wie neue – Erzählungen mit mythischen und literarischen Erkenntnissen. “Das hat den Vorteil, dass sie den riesigen Wissensschatz, (…), einerseits nicht begräbt und ihn andererseits in die Geschichte der Naturgeschichte einreiht, um die es ihr ebenfalls geht » (Cord Riechelmann). Sie führt mit « jedem ihrer Bücher aufs Neue vor, wie wissenschaftliche Genauigkeit und sinnliches Wissen, Naturkunde, Kulturgeschichte und Malerei auch heute wunderbar in eins gehen können » (Katharina Narbutovic).

Echter als die Wirklichkeit
Zeitungsartikel vom 28.03.2012 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Ausstellung

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