Blaschka (13.05.10-15.08.10)

Blaschka: Der vergessene Schatz der naturwissenschaftlichen Künstler Leopold Blaschka und Sohn Rudolf Blaschka

Dreidimensionale Modelle sind zur Veranschaulichung und Vermittlung biologischer Forschungsergebnisse unverzichtbar, gerade in Zeiten herausragender zoologischer Entdeckungen. Es bleibt die Frage nach dem adäquaten Material für die herzustellenden Kopien, besonders wenn es sich um solch fragile Lebensformen wie Quallen, Seeanemonen, Polypen und Radiolarien handelt.

Wir schreiben das Jahr 1863. Die gängigen Materialen sind Wachs, Pappmachee, Holz und Gips, und alle sind ungeeignet. Leopold Blaschka entscheidet sich für ein kompliziertes Material, empfindlich, spröde und nur sehr aufwendig zu verarbeiten: Glas. Es ist der Beginn eines Erfolges.

Zwischen 1863 und 1890 entstehen in der Dresdener Werkstadt Tausende Glasmodelle mariner Invertebraten, die ihren Weg in Museen, Universitäten und andere naturwissenschaftliche Institutionen auf der ganzen Welt finden. Die Modelle der Blaschkas versetzen Naturwissenschaftler bis heute in schiere Verblüffung, sie sind morphologisch fehlerfrei und halten wissenschaftlichen Betrachtungen bis ins Detail stand. Vater und Sohn haben ein tiefes biologisches Verständnis, was sie mit einzigartiger und nicht zu wiederholender Technik in ihren Glasmodellen umzusetzen wissen – die perfekte Verschmelzung von Kunst und Naturwissenschaft. Die Produktion zoologischer Modelle endet abrupt mit dem Jahr 1890. Nach zähen Verhandlungen unterschreiben die Blaschkas einen Exklusivvertrag mit dem Botanischen Museum der Harvard Universität. Sie verpflichten sich, fortan ausschließlich botanische Modelle für Harvard anzufertigen. Es werden über 3000, die Sammlung ist berühmt.

In Deutschland dagegen gerät das Phänomen Blaschka in Vergessenheit. Der Krieg tut sein Übriges. Die meisten Glasmodelle werden zerstört. Es gibt keine Lehrlinge und keine weiteren Nachfahren. Niemand weiß, wie sie es denn nun eigentlich gemacht haben. Leopold und Rudolf Blaschka haben das Geheimnis ihres Schatzes mit ins Grab genommen.

Die Fotografen

Der Schwerpunkt der fotografischen Arbeit von Heidi und Hans-Jürgen Koch liegt in der Thematik rund um das Tier, von der Wildlife-Reportage über Makrofotografie, bis hin zu Wissenschaftsthemen und Mode. Sowohl das Studio als auch die Wildnis ist ihr Arbeitsplatz .

Ihre Fotografien, Feature und Reportagen werden weltweit in renommierten Medien publiziert. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Stern, Geo, Le Figaro Magazine, National Geographic, Mare, Paris Match, Sunday Times. Die Vielseitigkeit ihres fotografischen Werkes spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Auszeichnungen und Preisen wider: ADC Deutschland, ADC Europa, World Press Photo, Lead Award, BBC Wildlife Photographer of the Year, Hansel-Mieth Preis, Fuji Euro Award u.a. Ihre Arbeiten wurden mehrfach beim Visa pour L’image Festival in Perpignan präsentiert. 2004 wurden Heidi und Hans-Jürgen Koch in die Deutsche Gesellschaft für Photographie berufen.

Copyright Foto: Einfacher Röhrenpolyp“ – Heidi und Hans-Jürgen Koch (www.animal-affairs.com)

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