Augen blicken (22.06.06 – 27.08.06)

Die Aufnahme erscheint mittelmäßig : das Bild ist verdreht, ohne Relief, bewegt sich, verwirrt durch sich verändernde Farben und erscheint verunreinigt durch optische Widersinnigkeiten. Nein, es handelt sich nicht um eine Filmaufnahme eines Videoamateurs, sondern um Bilder, die im Innersten unserer Augen entstehen.

Ein Ausgangsmaterial von dürftiger Qualität wird vom Gehirn verarbeitet, um uns ein dauerhaftes und kohärentes Abbild der Welt in drei Dimensionen zu verschaffen. Es ordnet einzelne Szenen richtig ein, interpretiert die Farbenpalette, vernachlässigt Bewegungen, die nur auf Augenbewegung zurückzuführen sind, erfindet versteckte Umrisse neu, beseitigt den blinden Fleck, diese Stelle der Netzhaut ohne Sehzellen, aus der der Sehnerv hervorgeht, … Doch in seinem Elan macht das Gehirn auch manchmal zuviel des Guten und versucht dort Sinn zu machen, wo es überhaupt keinen gibt…

Willkommen in der Welt der optischen Illusionen, in der ein strahlendes Lächeln schnell zur erschreckenden Grimasse wird!

Eine Ausstellung des Naturhistorischen Museums Neuchâtel (CH)

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