Borstenwürmer: schillernde Bewohner der Meere (20.09.01-11.11.01)

Borstenwürmer (wissenschaftlich: Polychaeta) gehören zusammen mit den Wenigborstern und den Egeln zum Tierstamm der Ringelwürmer. Erste fossile Belege von Borstenwürmern stammen bereits aus dem Mittleren Kambrium (vor ca. 520 – 500 Mio. Jahren). Sie gehören somit nicht nur zu einer der ältesten, sondern mit ca. 10000 rezenten Arten auch zu einer der artenreichsten Tiergruppen.

Die heutigen Borstenwürmer kommen vorwiegend im Meer vor; nur wenige Vertreter leben auch im Süßwasser oder in feuchten Böden. Da sie in nahezu allen marinen Lebensräumen in großer Arten- und Individuenzahl zu finden sind, bilden sie einen wichtigen Bestandteil im Nahrungsnetz des Meeres, insbesondere als Nahrungsgrundlage für Fische und Krebse.

Vielfach werden die Borstenwürmer wie auch andere wirbellose Tiere (z. B. Spinnen und Schnecken) als sogenannte “Ekeltiere” angesehen, die bei vielen Betrachtern Abscheu hervorrufen. Die Ursache hierfür ist meist die mangelnde Vertrautheit mit diesen Lebewesen, die durch ihre geringe Größe und die Unzugänglichkeit ihrer Lebensräume bedingt ist. Hinzu kommt, dass aufgrund der Konservierung in Alkohol die Farben der Tiere größtenteils verloren gehen und sie daher oft für den Betrachter nicht besonders ansprechend erscheinen.

Bei dieser Sonderausstellung steht erstmals die ästhetische Präsentation der Borstenwürmer im Vordergrund, indem durch spezielle Beleuchtung der Exponate sowie zahlreiche Farbfotos und farbige Abbildungen aus der älteren Literatur die Schönheit dieser Tiere gezeigt wird.

Als weitere Besonderheit zeigt die französische Künstlergruppe MINITEXTIL’ART ihre Werke zum Thema Borstenwürmer. In der Eingangshalle kann man eine Wurmgesellschaft (bewegliche Skulptur) der deutschen KünstlerinRunwalt bewundern. Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet, der Führungen und diverse Workshops zum Thema beinhaltet.

Sonderausstellung des Naturmuseum Senckenberg Frankfurt
im ‘natur musée’

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