Konferenz: Die Blätterhöhle in Hagen (12/10/2011)

Die Société préhistorique de Luxembourg und das Nationalmuseum für Naturgeschichte laden am Mittwoch, dem 12. Oktober 2011 um 19.00 Uhr zur Konferenz  “Die Blätterhöhle in Hagen: Eine mesolithische und jung- bis spätneolithische Höhlenfundstelle und ihr Vorplatz” mit Prof. Dr. Jörg Orschschiedt, dem Leiter des Forschungsprojektes an der Universität zu Köln, ein.

Die Blätterhöhle in Hagen (Nordrhein-Westfalen) wurde während einer speläologischen Untersuchung im Jahre 2004 neu entdeckt. Bei ihrer Entdeckung war die Höhle beinahe vollständig mit Sediment verfüllt. Während der ersten Grabungen durch die Speläologen wurden in den oberen, durch Bioturbation gestörten Schichten menschliche Reste entdeckt. Seit dem Jahre 2006 wurden während der regelmäßig durchgeführten archäologischen Untersuchungen weitere menschliche Reste, Fauna und Steinartefakte entdeckt. Die Radiokarbon-Datierungen belegen mindestens drei mesolithische und sechs jung- bis spätneolithische Individuen.

Der Bereich vor der Höhle konnte als ein zusammengestürztes Felsdach identifiziert werden. Die Radiokarbondatierungen und die typologische Analyse der Steinartefakte belegen, dass die Höhle und der Vorplatz während des Mesolithikums und des Jung- und Spätneolithikum genutzt wurden. Während des Präboreals wurde die Höhle als Bestattungsplatz genutzt. Zwischen 9200 und 8200 cal.BC wurde verschiedene menschliche Skelettreste, darunter ein Schädeldach zusammen mit drei Wildschweinschädeln deponiert. Auf dem Vorplatz der Höhle unter dem Felsdach konnten drei Feuerstellen und Aktivitätszonen innerhalb der ersten mesolithischen Stratigraphie im Gebiet der deutschen Mittelgebirge entdeckt werden.

Eine geophysikalische Untersuchung des Sediments auf dem Vorplatz und innerhalb der Höhle ließ eine Sedimentmächtigkeit von mehreren Metern innerhalb der Höhle und ca. sieben Meter auf dem Vorplatz erkennen. Daraus kann auf ein hohes archäologisches Potential der Fundstelle geschlossen und das Erreichen paläolithischer Fundschichten vermutet werden.

Der Eintritt zur Konferenz in deutscher Sprache, die im ‚natur musée’ stattfindet, ist frei.

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