17. Loufest am Kiischpelt (29/5/2011)

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts, d.h. also während mehr als zwei Jahrhunderten bestimmten die Lohhecken das Bild der Oeslinger Landschaft.

Seit das Tannin der Eichenrinde als Gerbstoff entdeckt worden war, wurden zunehmend mehr Wälder in Eichenschälwälder umgewandelt und im 15-25 jährigen Rythmus auf den Stock gesetzt, um die Eichenrinde abzuschälen. Diese wurde anschließend getrocknet und an die Gerbereien verkauft. Während vielen Jahrzehnten waren die Lohhecken daher auch eine wichtige Zuerwerbsquelle für die Oeslinger Bauern.
Die “Lou” hat zwar längstens nicht mehr die wirtschaftliche und sozio-kulturelle Bedeutung von früher, aber es gibt in Luxemburg auch heute noch etwa 10.000 ha “Louhecken” und es werden noch jedes Jahr 100 – 200 Tonnen Lohe an Gerbereien und an die pharmazeutische Industrie verkauft. Es ist das Anliegen des “Loufestes”, das seit 1995 alljährlich von der Gemeinde Kiischpelt in Zusammenarbeit mit der Naturverwaltung, dem Nationalmuseum für Naturgeschichte, dem Lycée technique agricole, dem Naturpark Our, sowie einer Reihe von lokalen Vereinen organisiert wird, diese alte Tradition des « Louschléissens» am Leben zu erhalten bzw. einem breiten Publikum wieder bekannt zu machen.

Dieses Jahr organisieren die oben erwähnten Veranstalter jetzt schon zum siebzehnten  Mal dieses “Loufest”, das nun am 29. Mai ab 10 Uhr bei Lellingen stattfindet. Am besten erreicht man den Festplatz ab Bahnhof Wilwerwiltz, von wo jede Stunde eine “Navette” zum Loufest auf dem “Pënzebierg” bei Lellingen fährt. Mit dem Auto erreicht man das Loufest am besten über die N 7, Abfahrt Schinker bis Holzthum und dann 1 km in Richtung Lellingen. Auch vom Parkplatz aus fährt eine „Navette“ zum Festplatz.

Auf dem Loufest wird natürlich das “Schléissen” selbst, aber auch das Holzrücken mit dem Pferd gezeigt. Daneben gibt es Animationen für Kinder und Jugendliche, Holzschnitzen, Holz-Keramikofen, Eselreiten, alles zum Thema Bienen und Honig, viele Informationen zur Geschichte, den Traditionen und den Produkten der “Louheck” und der Region, geführte Wanderungen, den Musée-Bus und vieles andere mehr. Hervorzuheben ist das Aperitivkonzert der Clierrwer Juegdbléiser und die Holzversteigerung um 15.00 Uhr. Es versteht sich von selbst, dass auch für regionale Spezialitäten (u.a. “Sterzelen”) gesorgt ist, so dass niemand Hunger oder Durst leiden muss. Der Weg nach Lellingen (besser die Zugfahrt nach Wilwerwiltz) lohnt sich also auf jeden Fall.

Info: Tel.: +352 92 06 63 – www.naturpark-our.luwww.sik.lu

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